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Inhalt
Erneuerung der Dorfmitte Welschbach
Die Dorfmitte von Welschbach soll ein neues Gesicht bekommen. Diesem Vorhaben hat der Ortsrat von Welschbach bereits geschlossen zugestimmt. Im Zuge des Projekts „Illingen 2030“, wird die Umgestaltung ganz im Sinne des „Rosendorfs Welschbach“ durchgeführt.
Geplant ist, die zwei zentralen Grünflächen zu beiden Seiten der Welschbachstraße, im Hinblick auf diese Thematik, neu zu gestalten. Die abschüssige Grünfläche an der Einmündung des Scheibenwegs in die Welschbachstraße wird terrassiert, um das Gelände einzuebnen. Ein Fußweg aus Natursteinen führt von beiden Bürgersteinen aus zum zentralen Element der Fläche, einem mit Kletterrosen bepflanzten Rankpavillon unter dem sich eine Rundbank befinden wird.
Die Fläche um das Kriegerdenkmal soll so gestaltet werden, dass der Charakter dieses Ortes erhalten bleibt. Als bauliche Maßnahmen ist unter anderem die Befestigung des Untergrunds vor dem Denkmal geplant. Um dieses selbst wird ein Natursteinpflasterbelag gelegt.
Der Bereich hinter dem Denkmal wird mit fünf, im Halbkreis gepflanzt Zierkirschbäume gestaltet. Die Platane hinter der Bushaltestelle soll erhalten bleiben, auf der gegenüberliegenden Seite wird ein Rosenbeet angelegt. Auf beiden Seiten des Platzes werden Sitzgelegenheiten in Form von Bänken installiert.
Ein weiteres Vorhaben im Zuge der Umgestaltung der Dorfmitte Welschbach, ist die Erneuerung der an den Grünflächen gelegenen Bushaltestellen. Diese sollen erneuert und barrierefrei gestaltet werden.
Ziel des Projektes ist es, die Dorfmitte aufzuwerten und gleichzeitig neue Kommunikationsorte mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bürgern und Bürgerinnen von Welschbach zu schaffen.
Wie alles begann - und was wir wollen
Einführung ins Thema Illingen 2030
Auf die Idee eines Zukunftsplans Illingen2030 sind wir eher nebenbei bei der Beratung des Leerstandsproblems in Illingen gekommen. Hugo Kern von Kernplan und Otmar Weber von der Agentur ländlicher Raum haben 2003 unabhängig voneinander darauf aufmerksam gemacht, welche gravierenden Folgen die demographische Entwicklung auf die gesamte Gemeindeentwicklung haben wird. Dies ist bis heute landesweit noch kaum bewusst.
Auf die Idee eines Zukunftsplans Illingen2030 sind wir eher nebenbei bei der Beratung des Leerstandsproblems in Illingen gekommen. Hugo Kern von Kernplan und Otmar Weber von der Agentur ländlicher Raum haben 2003 unabhängig voneinander darauf aufmerksam gemacht, welche gravierenden Folgen die demographische Entwicklung auf die gesamte Gemeindeentwicklung haben wird. Dies ist bis heute landesweit noch kaum bewusst.
2004 wurde in der
Zeitschrift GEO eine Studie des Berlin-Instituts zur demographischen Entwicklung in den deutschen Landkreisen veröffentlicht, die das Problembewusstsein schärfte (
zum Artikel). Hinzu kam der Zwang einer Konsolidierung der kommunalen Haushalte. Illingen hat inzwischen die dritthöchste Defizitrate im Kreis Neunkirchen. Dies ist unbefriedigend. Also müssen wir die Probleme anders anpacken. Wer ehrlich Bilanz zieht, muss zugeben, dass alle bisherigen Konsolidierungsbemühungen als gescheitert anzusehen sind.
Zwar sind die akuten Schwierigkeiten nur zu einem geringen Teil hausgemacht. Das hilft der Gemeinde aber nicht. In der Diskussion des Melanie-Programms mit den Ortsräten und dem Gemeinderat entstand die Idee, einen Zukunftsplan für die Gemeinde aufzustellen. Wie der Flächennutzungsplan sollte dieser zunächst für etwa eine Dekade gelten, also zehn Jahre. Wir haben deshalb eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich intensiv mit dem Idee auseinandersetzt. Zum Kernteam gehören neben dem Bürgermeister der Leiter der Projektsteuerungsgruppe, Ludger Wolf, sowie Iris Weiskircher und Hugo Kern. Wir haben sehr schnell festgestellt, dass unser Horizont weit über 2015 hinausreichen muss. Während uns der Bertelsmann-Ansatz (2050) zu weit reichend erscheint, um konkrete Politikansätze auf die Agenda zu setzen, erscheint die Zielzahl 2030 gerade noch überschaubar.
Es hat in den letzten Tagen einige Tartarenmeldungen gegeben. Von einem Katastrophenszenario war die Rede, von einem Streichkonzert. Die Opposition hat dem Projekt im Gemeinderat nicht zugestimmt. Begründung: Hier würden jetzt wieder die großen Pläne gemacht, und in den Orten würden die kleinen Probleme nicht gelöst. Ich will dazu drei Dinge sagen: Erstens: Wir haben in den letzten zehn Jahren Großes realisiert – und bei weitem nicht nur in Illingen, sondern auch in den Ortsteilen: Sanierung der Seelbachhalle in Wustweiler, Sanierung der Dorfwaldhalle in Hirzweiler, Keltervorplatz Uchtelfangen, Kunstrasenplätze in Welschbach, Wustweiler, Uchtelfangen und Illingen, Illipse, Freibadsanierung, Erweiterung und Sanierung von Feuerwehrgerätehäusern in Uchtelfangen und Wustweiler, neue Fahrzeuge, Zuschüsse zum DRK-Heim in Hüttigweiler, Bahnhof Illingen, Bahnhaltepunkt Gennweiler, Bahnhaltepunkt Wustweiler, VHS-Zentrum Wustweiler. Umfang dieser Maßnahmen: Über 30 Millionen Euro. Zweitens: Wir kümmern uns auch um Kleinigkeiten, weil diese die Bürger direkt bewegen. Aber wir können nicht überall sein. Und doch gibt es Politiker, die in schöner Regelmäßigkeit in den Illinger Nachrichten schreiben, was die Verwaltung oder der Bauhof gefälligst erledigen soll.
Man kann das auch ganz anders angehen. Wie das funktioniert, hat unser Kreistagsmitglied Roman Baltes jetzt mit seinem Team gezeigt. Nachdem es Schmierereien an der Schulturnhalle in Hüttigweiler gegeben hatte, hat Roman Baltes uns gebeten, Farbe zur Verfügung zu stellen. Dann hat er Freiwillige organisiert, die die Graffiti zugepinselt haben. Die Ortsräte haben Budgets. Mit diesen Budgets kann man viel selbst erledigen, wenn man will und Initiativen entwickelt. Drittens: Es geht hier nicht um große Visionen. Es geht schon gar nicht um Katastrophenszenarien. Inhaltlich machen wir uns die Erkenntnisse der Bertelsmann-Stiftung zu eigen: „Eine besondere Herausforderung liegt deshalb für uns darin, die Wahrnehmung nicht auf negative Angst-Szenarien zu beschränken, vielmehr begreifen wir den demographischen Wandel als Chance für Innovation in Kommunen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, eine ressortübergreifende Gesamtstrategie zur Gestaltung des demographischen Wandels zu erarbeiten, die möglichst viele kommunale Akteure einbindet.“ (Bertelsmann Stiftung Aktion Demographischer Wandel) Damit dies gelingt, haben wir dafür entschieden, die Studie breit zu diskutieren.
Sie kennen alle die Methode, die der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder mit seiner Agenda 2010 angewandt hat. Er hatte eine Idee, hat eine einsame Entscheidung getroffen und als es Kritik gab, hat er gesagt. Wir machen das aber so. Basta. Das werden wir so nicht machen. Im Gegenteil. Wir wollen die Bevölkerung mitnehmen. Denn wir brauchen sie. In allen sechs Ortsteilen der Gemeinde Illingen soll deshalb intensiv über die Studie diskutiert werden, um ortsspezifische Leitprojekte herauszuarbeiten. Die Ortsräte und der Gemeinderat haben danach das letzte Wort, da sie in einer repräsentativen Demokratie die Bevölkerung politisch vertreten. Sie müssen die Entscheidungen über Nah- und Fernziele treffen, Haushaltsmittel bereitstellen und gleichzeitig Leitlinien beschließen, die den Orientierungsrahmen für alle kommunalen Aktivitäten liefert. Viele Fragen bewegen uns, wir müssen sie stellen und zumindest versuchen, Antworten zu finden, auch wenn wir gesichertes Wissen nicht haben: Wie werden wir in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren leben? Welche Folgen hat der demographische Wandel für die kommunale Finanzsituation und Infrastruktur? Wie kann das Konzept „mehr Dorf für weniger Menschen“ schlüssig umgesetzt werden? Was unterscheidet Illingen von anderen Kommunen? Es ist eine große Aufgabe, die wir zu schultern haben. Das Thema ist sehr komplex. Trotzdem wollen wir rechtzeitig die richtigen Schlüsse aus den Erkenntnissen dieser Studie ziehen. Aber zuerst wollen wir Sie über die Trends informieren, die uns so alarmiert haben.

